Mittwoch, 24. November 2021 HAZ Wennigsen SPD ärgert sich über Wahl in Bredenbeck Marianne Kügler (CDU) ist weiterhin Ortsbügermeisterin / Ortsrat diskutiert über Entscheidung Von André Pichiri

Mittwoch, 24. November 2021 HAZ Wennigsen SPD ärgert sich über Wahl in Bredenbeck Marianne Kügler (CDU) ist weiterhin Ortsbügermeisterin / Ortsrat diskutiert über Entscheidung Von André Pichiri


Ortsrat Bredenbeck: Gemeindebürgermeister Ingo Klokemann gratuliert Marianne Kügler (CDU) zur Wahl als Ortsbürgermeisterin.Foto: André Pichiri


Bredenbeck. Marianne Kügler (CDU) bleibt Ortsbürgermeisterin in Bredenbeck. Mit der Unterstützung der Einzelvertreter von Grünen und WfW errang sie am Montagabend in der konstituierenden Sitzung die nötige Mehrheit. SPD-Kandidat Reinhard Wiens musste sich knapp geschlagen geben, obwohl er bei der Kommunalwahl die meisten Einzelstimmen und seine Partei die Mehrheit der Sitze geholt hatte. Die Sozialdemokraten reagierten auffallend verärgert. Mitglied Jonas Farwig sprach in einer Erklärung gar von einem „abgekarteten Spiel“.
Kein harmonischer Auftakt
Ein harmonischer Auftakt für die kommenden Jahre sieht anders aus. In einer Stellungnahme übte die SPD direkt im Anschluss an die Wahl scharfe Kritik. Bisher hätte Parteipolitik im Ortsrat Bredenbeck keine große Rolle gespielt und die Person mit den meisten Stimmen immer die Unterstützung der anderen Mitglieder erhalten, so Farwig. „Jetzt setzt man sich über eine Jahrzehnte lang geübte Tradition hinweg“, sagte er.
Mit Norbert Bohnenstengel (Grüne) und Thomas Behr (WfW) wählten jedenfalls beide neutralen Vertreter Kügler, was der CDU-Frau mit der Stimme von Parteikollegin Ursula-Brigitte Veit plus ihrer eigenen zur Mehrheit von vier der sieben Mitglieder verhalf.
Eine solche Abweichung vom bisherigen Vorgehen wäre laut SPD aus inhaltlichen Gründen zwar „unüblich, aber möglich“. So müsse man aber festhalten, „dass hier ausschließlich persönliche Befindlichkeiten, das Wahlergebnis ins Gegenteil verkehren“, betonte Farwig in Bezug auf die Zahlen.
Bei der Kommunalwahl hatte Wiens mit 559 Stimmen mehr als jedes andere Mitglied erhalten. Kügler kam mit 494 Stimmen auf das drittbeste Ergebnis, Thomas Behr landete mit 523 Stimmen noch vor ihr.
Woran sich die Sozialdemokraten besonders störten: Bei einem Vorgespräch, zu dem Kügler vor circa einem Monat alle Mitglieder eingeladen hatte, sei ihnen gleich zu Beginn signalisiert worden, dass Behr und Bohnenstengel die CDU-Vertreterin wählen werden. „Insofern passt der Ausdruck abgekartetes Spiel, eine im Vorhinein getroffene heimliche Übereinkunft zum Nachteil eines Dritten, hier sehr gut“, erklärte Farwig.
Kügler wies den Vorwurf später auf Nachfrage zurück. Sie habe zu dem Gespräch eingeladen, „damit es in der Ortsratssitzung nicht zu Streitigkeiten kommt“.
Deitermann ist Stellvertreterin
Auch Grünen-Mitglied Bohnenstengel wollte die Kritik so nicht stehen lassen. Entscheidend sei, dass Kügler die Mehrheit der Stimmen erhalten habe. „Das ist nun einmal Demokratie, und die ist eben nicht immer einfarbig“, stellt er klar. Immerhin einstimmig fiel anschließend die Wahl von SPD-Mitglied Katrin Deitermann als Küglers neue Stellvertreterin aus. Kügler geht nach ihrer Wahl 2019 – Vorgänger Heiko Farwig war wegen eines Wohnortwechsels inmitten der Wahlperiode ausgeschieden – in ihre zweite Amtszeit. Für die kommenden fünf Jahre liegen ihr in Bredenbeck viele Themen am Herzen.
Die Sanierung der Grundschule ist nur eines von mehreren Großprojekten. Auch im Neubaugebiet „Im Bergfelde“ warten Herausforderungen. „Vor allem die Planung des Kindergartens müssen wir dort schnell auf den Weg bringen. Die Eltern in Bredenbeck brauchen dringend Betreuungsplätze“, so die Bürgermeisterin. Wichtig sind ihr zudem Maßnahmen zum Hochwasserschutz und der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses.
494
Stimmen hat Marianne Kügler (CDU) bei der Kommunalwahl erhalten –
damit kam sie allerdings nur auf das drittbeste Ergebnis.

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