Mittwoch, 11. August 2021 HAZ Wennigsen Starkregen füllt das Staubecken

Mittwoch, 11. August 2021 HAZ Wennigsen Starkregen füllt das Staubecken

Erste Bewährungsprobe für neue Regenrückhaltung / Anlage am
Lutterbrinkgraben soll das empfindliche Ökosystem in den
Bächen schonen
Von Frank Hermann

Marianne Kügler (links) und Friedrich Hüper zeigen, aus welchen
Siedlungsgebieten das neue Becken das abgeleitete Regenwasser
aufnimmt.foto: Frank Hermann
Wennigsen. Kaum gebaut, schon gebraucht: Das neue
Regenrückhaltebecken am Lutterbrinkgraben hat unmittelbar
nach seiner Fertigstellung vor einer Woche seine erste
Bewährungsprobe bestanden. Nach dem Starkregen am 5. August
lief das Becken bis zum Rand voll und nahm somit eine
Wassermenge von rund 1600 Kubikmetern auf. Nach und nach lief
das gestaute Wasser dann in den Waldkater- und von dort in den
Mühlbach ab.
Becken kostet 56.000 Euro
Erst in diesem Sommer hat die Gemeinde Wennigsen das
Regenrückhaltebecken am Lutterbrinkgraben für rund 56.000
Euro bauen lassen. Mitte Juli begannen die Arbeiten, am 4. August
war das Becken mit der Ansaat der Uferbefestigung fertig. Nach
Angaben von Wasserbauingenieur Friedrich Hüper ist das Becken
für eine Einleitung von maximal drei Litern Regenwasser pro
Sekunde und Hektar ausgelegt.
Wassermengen, die darüber hinaus gehen, werden über den
Notüberlauf sofort in den Waldkaterbach abgeleitet. „Beim
Starkregen vor wenigen Tagen war das Becken ruckzuck bis zum
Stehkragen gefüllt, allerdings ohne Überlauf“, sagt Hüper. Das
Becken nimmt das Oberflächenwasser aus einem rund 14,16
Hektar großen Siedlungsgebiet zwischen Ahornstraße, Im
Lindenfeld (Ostseite), Argestorfer-, Lutterbrink- und Friedrich-
Ludwig-Jahnstraße sowie Evestorfer Weg auf.
Mit einem Stauvolumen von maximal 1600 Kubikmetern trägt das
Becken laut Hüper dazu bei, den Wasserstress in den Bachläufen
zu mildern – und somit das empfindliche Ökosystem in den
Gewässern zu schonen. „Wenn nach starken Regenfällen immer
wieder ein heftiger Gewässerschwall durch den Bach zieht, dann
reißt das Wasser alle Kleinlebewesen mit sich. Der Bach braucht
dann Wochen, um sich zu erholen“, erläutert Hüper.
Schlamm gelangt in Ihme
Außerdem nehme der heftige Wasserschwall auch stets Schlamm
und Sedimente mit, die sich dann später wieder absetzten. So
würden die ganzen Anlagerungen früher oder später in die Ihme
gelangen. „Die Verschlammung ist dort an vielen Stellen ein
Problem“, betont der Wasserbauingenieur.
Das Becken selbst sei ebenfalls ein Beitrag für ein wertvolles Stück
Natur, denn an dieser Stelle werden sich nach Einschätzung
Hüpers künftig viele unterschiedliche Pflanzen ansiedeln. „Das
wird ein richtiges Biotop“, kündigt der Fachmann in einem
Gespräch mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Mariann
Kügler an. Kügler hat sich Rückhaltebecken jetzt wenige Tage nach
der Inbetriebnahme und der ersten Bewährungsprobe
angeschaut. Die Gemeinde Wennigsen plant Hüper zufolge derzeit
den Bau weiterer Becken zum Beispiel an der KGS-Sporthalle
sowie am Bröhnweg. Für das Bröhnweg-Projekt werde demnächst
bereits ein Bauantrag gestellt.

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