Bericht HAZ vom 07.09.2026 Smartes Ökohaus in Bredenbeck vorgestellt
Wennigsen
Smartes Ökohaus in Bredenbeck vorgestellt

Der Preis meiner Häuser ist so gut, dass sich Familien wieder ein Eigenheim leisten können“: Projektentwickler Thorsten Rebbereh (rechts) mit dem Ehepaar Ellermann auf der Baustelle seiner drei „Green Steel Homes“ in Garbsen.Foto: Irving Villegas
„Green Steel Homes“ sollen Interesse an der geplanten Ökosiedlung in der Mitte des Neubaugebietes „Im Bergfelde“ wecken – was steckt dahinter?
Von Maike del Rio
07.09.2026, 00:00 Uhr
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Bredenbeck.
Während der jüngsten Bredenbecker Ortsratssitzung hat der Architekt und „Erfinder“ der sogenannten „Green Steel Homes“, Thorsten Rebbereh, seine Idee dieser Ökohäuser vorgestellt. Anlass war die schleppende Vermarktung der Baugrundstücke im Bereich der Ökosiedlung im Baugebiet „Im Bergfelde“. Dort ist Platz für sechs bis zwölf Wohneinheiten.
Die geplante Ökosiedlung ist ein rund 3900 Quadratmeter großer Teilbereich im Neubaugebiet und momentan das Sorgenkind. Denn wie damals im Baugebiet „Unterm Kirchwege“ in Barsinghausen-Kirchdorf schreckt die verpflichtende Passivhausbauweise viele Interessenten ab. In Barsinghausen einigten sich die Ratsfraktionen schließlich darauf, den Passivhaus-Zwang fallen zu lassen.
Die Bredenbecker Ortsbürgermeisterin Marianne Kügler (CDU) hatte von Rebberehs „Green Steel Homes“ erfahren, von denen drei aktuell in Alt-Garbsen gebaut werden. Könnte die neue Idee auch die Lösung für die Bredenbecker Ökosiedlung sein? „Ich würde mich freuen, wenn wir auf diese Alternative zurückgreifen können“, meinte Kügler nach der Präsentation der „Green Steel Homes“-Idee. Für die ohnehin meist gut besuchte Bredenbecker Ortsratssitzung hatten dafür weitere Stühle herbeigeschafft werden müssen. „Ich habe eine positive Stimmung wahrgenommen“, meinte Rebbereh und schilderte seinen Eindruck: „Es gab eine breite Zustimmung über alle Fraktionen hinweg.“
Stahlhaus mit großzügigem Galerieraum: Architekt Thorsten Rebbereh (vorne) mit Jonas Pons, Bauingenieur beim Stahlunternehmen Peiner Träger, und Designerin Farina Hochschild im „Green Steel Home“ in Weyhausen bei Wolfsburg.Foto: Conrad von Meding
Bevor er die „Green Steel Homes“ erfand und das Unternehmen dafür gründete, baute er unter anderem an einer Industriehalle. Als seine Tochter sich dann über die horrenden Preise beim Eigenheimbau beschwerte, kam ihm die zündende Idee.
Zu besichtigen ist aktuell ein Musterhaus in der Nähe von Wolfsburg. Ein weiteres Haus in Königslutter wird in wenigen Tagen bezogen. „Der Preis meiner Häuser ist so gut, dass sich junge Familien wieder ein Eigenheim leisten können“, betont er. Aufgrund der ungewöhnlichen Baumaterialien und verwendeten Technologien lasse sich sein smartes Ökohaus nicht in die aktuellen Standards einordnen. So werde für die Produktion von einer Tonne Stahl ein CO2-Fußabdruck von zwei Tonnen angesetzt. Rebbereh arbeitet jedoch mit der Salzgitter AG zusammen und verwendet recycelten Stahl. Dieser habe eine Bilanz von 300 Kilogramm und unterbiete somit sogar den CO2-Wert von Holzhäusern. Besonders betont der Architekt die Möglichkeit des sortenreinen Rückbaus seiner Green-Steel-Häuser.

Geheizt werde mit Strom, der durch eine Photovoltaik-Anlage gewonnen und in einem Akku gespeichert werde. In Bredenbeck würden zudem kleine, vertikale Windkraftanlagen verbaut werden. Sogar der Akku eines E-Autos kann KI-gesteuert als Speicher genutzt werden. Obendrein könne Strom in Form von Wärme in den Stahlträgern gespeichert werden. Die KI kaufe auch – falls nötig – weiteren Strom günstig am Markt ein. Geheizt wird mit einer Carbon-Infrarotheizung, die sich in Decken und Wänden befindet. Pflanzen in großen Pflanzkübeln liefern Sauerstoff. Im Bad sorgt eine moosbewachsene Wand für eine gute Feuchteregulierung.
Aber wie bekommt man in einem Haus aus Metall ein Bild oder einen Küchenschrank aufgehängt? Auch daran hat der findige Architekt gedacht: In dem sogenannten „Sandwichpaneel“, aus dem die Wände bestehen, befindet sich dafür eine Vorsatzschale mit Holzplattenunterkonstruktion.
Am Freitag, 11. September, findet ab 12 Uhr ein Tag der offenen Tür bei den „Green Steel Homes“ in Alt-Garbsen, Calenberger Straße 18, statt. Weitere Informationen zu den Häusern sind unter https://green-steel-home.de zu finden.