Calenberger ONLINE NEWS Bericht vom 15.09.2016

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Wennigsen.

Das ungewöhnlich schlechte Abschneiden der Wennigser CDU bei der Gemeinderatswahl sorgt hinter den Kulissen offenbar für erhebliche Unruhe. Einigen Parteivorderen sei offenbar bewusst geworden, dass der Umgang mit dem Spitzenpersonal im letzten Jahr alles andere als glücklich war, heißt es aus der örtlichen CDU. Der bisherige CDU-Fraktionschef Eike Werner wurde von CDU-Parteichef Ernst Herbst im Bauausschuss öffentlich angezählt, Werner trat bei der Wahl dann überraschend nicht mehr an. Feuerschutzausschuss-Vorsitzender Joachim Batke wurde auf der Ratsliste nach hinten durchgereicht, neue Gesichter wurden dafür nach vorne gestellt – Batke wird dem nächsten Rat dadurch nicht mehr angehören. Marianne Kügler wurde bei der Aufstellung zur Regionswahl (988 Stimmen vom neunten Platz) zu Gunsten von Inga Behre (1.858 Stimmen auf Platz 3) durchgereicht und auch bei der Gemeinderatswahl wurde dieser Versuch gegen Kügler unternommen, hier allerdings erfolglos.

2011 hatte Marianne Kügler, damals noch CDU-Parteichefin, 670 Stimmen (6,3 Prozent) geholt, bester CDU-Bewerber war der zwischenzeitlich verstorbene Hans-Heinrich Warnecke mit 934 Stimmen (8,8%). Der heutige CDU-Chef Ernst Herbst holte vor fünf Jahren 306 Stimmen. Die CDU kam unter Küglers Führung auf 30,6 Prozent der Stimmen und hatte neun Sitze im Rat.

Bei der diesjährigen Wahl musste die Union unter Führung von Ernst Herbst nun empfindliche Verluste von 4,6 Prozent (auf 26,0 Prozent) hinnehmen und verlor auch noch einen Sitz im Rat (künftig nur noch 8 CDU-Sitze). Marianne Kügler konnte ihren Stimmenanteil dagegen auf 775 Stimmen (+105) oder 7,1 Prozent (+0,8) erhöhen – und ist damit unangefochtene Spitzen-Repräsentantin der Wennigser CDU. Auch im Rat hat sie damit eine Sonderstellung, kommt hinter dem parteilosen Unternehmer Gunnar Supper auf Rang 2. CDU-Chef Herbst dagegen hat gerade einmal etwas mehr als die Hälfte der Werte Küglers: 394 Stimmen (3,6 Prozent). In seinem Heimat-Ort Evestorf, wo er seit fünf Jahren auch Ortsbürgermeister ist, erhielt Herbst bei den Wahlen zum Ortsrat nur 76 Stimmen (20,1%), vor fünf Jahren konnte er noch 128 Stimmen (38%) für sich verbuchen.

„Ich freue mich riesig über mein persönliches Wahlergebnis, aber nicht über das Abschneiden der CDU“, erklärte Marianne Kügler im CON-Gespräch. Der Christdemokratin ist bewusst, dass sie eine Sonderstellung hat – und auch künftig haben muss. An Parteichef Ernst Herbst ist es nun, diesem gerecht zu werden – sonst verliert die CDU beim nächsten Wahlgang vielleicht noch stärker. Mit der SPD muss Herbst deswegen schnell über das Amt der 1. Stellvertretenden Bürgermeisterin verhandeln, das Kügler gerne weiterhin ausüben möchte. Aus der CDU werden gleichzeitig schon Stimmen laut, dass der Parteichef aus dem Wahlkampf Konsequenzen ziehen müsse. Dass er Fraktionsvorsitzender werden kann, gilt als ausgeschlossen. Auch sein Amt als Parteichef wackelt derzeit laut CDU-Insidern kräftig. Es wird eher damit gerechnet, dass der amtierende CDU-Fraktionschef Eike Werner die Sondierungsgespräche mit den anderen Ratsparteien führen soll. Und selbst Herbsts Amt als Ortsbürgermeister von Evestorf ist nicht mehr so sicher: Feuerwehr-Chef Harm Kolberg zog bei der Ortsratswahl vom letzten Platz auf der Liste nach ganz vorne durch – auf das beste Stimmenergebnis.

hug, 15.09.2016, 10:39

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